Ex-Stardesigner plant Leichtbau-Elektroauto "Mindset1" in der Schweiz

Elektroautos

murat_guenak_upMurat Günak, früherer Automobildesigner bei Mercedes, VW und Peugeot, entwickelt nun mit einem kleinen Team im luzernischen St. Niklausen das Leichtbau-Elektroauto Mindset1 mit optionalem Range-Extender (Benzinmotor) zur Reichweitenerhöhung.

Entgegen dem allgemeinen Trend der Automobilindustrie - Autos werden laufend stärker, schneller und schwerer - stellt sich der Aussteiger Günak ein leichtes, funktionelles und umweltfreundliches Auto mit einem einfachen Plug-in Hybridantrieb vor.


Günak spart nicht mit Vorwürfen an die Automobilindustrie: Selbst wenn sich die großen Autohersteller daran machten, Autos in Leichtbauweise mit neuartigen Antriebskonzepten zu entwickeln, würden sie wahrscheinlich den falschen Ansatz wählen. Der Designer hält den verbreiteten Ansatz nämlich für falsch, bestehende Modelle mit Elektro- oder Hybridantrieben auszustatten. Für ihn benötigt es dafür von Grund auf ein komplett neues Fahrzeugkonzept und auf gar keinen Fall dürfe ein solches Auto zur Lachnummer werden.

Für die Realisierung seines Wunschfahrzeuges suchte der türkischstämmige Designer einen erfahrenen Partner, er fand ihn in der Schweiz in Form jenes Teams, welches seinerzeit das Elektro-Dreirad Twike.me entwickelt hatte. Der Mindset1 ist ein zweiplätziges Coupé (optional auch als Viersitzer erhältlich) und soll laut Günak deutlich unter 1000 Kilo wiegen. Die Höchstgeschwindigkeit wurde auf 140 Kilometern pro Stunde limitiert und es wird eine elektrische Reichweite von 100 Kilometern angegeben. Bei Langstrecken-Fahrten kann die Batterie mit dem im Heck sitzenden Range-Extender (kleiner V2-Bezinmotor, 630 cm3, 24 PS) über einen Generator wieder aufgeladen werden. Bei Mindset wird dieser Range-Extender „Freedom Pack“ genannt, welcher übrigens, wenn keine Langstrecken anstehen, in wenigen Minuten aus dem Fahrzeug gehoben werden kann.

Die Fahrzeuglänge von 4.20 Meter hat Golf-Niveau und die Höhe von 1.4 Meter in Kombination mit den schmallen Leichtbau-22-Zoll-Rädern (155er-Reifen) sorgen für ein starkes Erscheinungsbild. Der Elektromotor treibt die Vorderräder an und bietet eine Leistung von 95 PS. Die Lithium-Ionen-Batterie kann auch über Nacht an der Steckdose wieder aufgeladen werden und natürlich ist Bremsenergierückgewinnung (Rekuperation) vorgesehen. Für den Karosserierahmen wurde ein aus Aluprofilen geschweißter Space Frame ausgewählt, dieser soll in Kombination mit zwei Front-Airbags den geforderten Sicherheitsstandard von 4 Euro NCAP Sterne erreichen. Bei den Karosserieteilen soll glasfaserverstärkter Kunststoff verwendet werden. Ursprünglich hatte man für das zweisitzige Modell ein Wunschgewicht von 650 kg angestrebt, zum jetzigen Zeitpunkt liegt man bereits mit 730 kg deutlich darüber. Der Sprint von 0 auf 100 km/h soll mit dem durchzugsstarken Elektromotor in 6 Sekunden erfolgen. Diese Auslegung soll auch dazu dienen, dass der Mindset1 als ernstgenommenes Auto wahrgenommen wird. Im reinen Elektroantrieb sollen Stromkosten von 3 Franken (1.80 Euro) pro 100 km anfallen.

Markteinführung Ende 2009
Bereits im Januar 2008 soll das Fahrzeug offiziell vorgestellt werden, ein erster Prototyp soll ab Juni 2008 auf der Straße fahren, so Günak. Noch unklar ist, an welchem Standort das Elektroauto schlussendlich gebaut werden soll. Fest steht jedoch, dass zentrale Elemente aus der Schweiz kommen sollen. Die Markteinführung des Mindset1 ist für Ende 2009 geplant und für das erste Jahr wird ein Absatz von 10.000 Fahrzeugen angepeilt. Der Verkaufspreis steht noch nicht fest, dürfte sich aber in dem Bereich zwischen 50.000 bis 100.000 Franken (30.000 bis 60.000 Euro) bewegen, gemäß Günak eher näher bei 50.000 Franken. Das ist zwar kein Schnäppchen, aber für die anvisierte Zielkundschaft, die auf solch neuartige Fahrzeugkonzepte nur wartet, doch bezahlbar sein.

Das Unternehmen Mindset
Der Aussteiger Günak hatte es als den idealen Zeitpunkt angesehen, um sich von den großen Autoherstellern zu trennen, die alleine dem Mainstream verpflichtet seien und fast keine Freiräume für wirkliche Innovationen bieten. Im Juli 2007 erfolgte die Gründung der Firma Mindset, einer 100-Prozent-Tochter des Unternehmens Spirt Avert, in der Murat Günak die Position des CEO übernommen hat. Der Tätigkeitsbereich des Unternehmens beläuft sich auf die Entwicklung, Produktion und Vertrieb von effizienten Verkehrsmitteln und deren Komponenten sowie alternativen Antriebskonzepten. (mp/wga)


(Quelle: Mindset; Bildmaterial: UnitedPictures.TV)


{mosmodule module=ebay_elektroauto}


{mosmodule module=Google AdLink}


Kommentar schreiben

Wattgehtab ermuntert seine Leser ausdrücklich, Artikel zu kommentieren. Im Interesse aller User behalten wir uns vor, veröffentlichte Kommentare zu prüfen und gegebenenfalls zu editieren oder zu löschen. Besonderen Wert legen wir ferner auf einen sachlichen Stil der Kommentare und den Respekt vor anderen Meinungen. Danke für die Beachtung. Ihr Wattgehtab-Team


Sicherheitscode
Aktualisieren

Lesen Sie auch:

Neueste Kommentare