Erste offizielle Bilder: Protoscar enthüllt Lampo2

Elektroautos

Erste offizielle Bilder: Protoscar enthüllt Lampo 2 (Bildmaterial: Protoscar) Nach dem ersten Teaser-Foto Mitte Dezember hat die Tessiner Firma Protoscar nun die ersten offiziellen Bilder der Endversion des neuen Elektro-Sportwagens "Lampo 2" (=Blitz) veröffentlicht. Nur ein Jahr nach der erfolgreichen Präsentation des ersten Lampo feiert der Nachfolger nächsten Monat auf dem Auto-Salon in Genf (02. bis 14.03.2010) seine Weltpremiere. Dieser soll noch effizienter als sein Vorgänger sein und mittels DC-Schnellladefunktion für eine Strecke von bis zu 100 km nur 10 Minuten Ladezeit benötigen.

Durch Gewichtseinsparungen, Verbesserung der Aerodynamik und die Optimierung einzelner Komponenten im Antriebsstrang konnte die Effizienz des Lampo 2 erhöht werden. Wie sein Vorgänger auch besitzt der Lampo 2 jeweils einen Elektromotor pro Achse mit einer gesamten Maximalleistung von 300 kW mit einem um 50% gesteigerten maximalen Drehmoment von 640 Nm. Dies ermöglicht eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 5 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h. Die Reichweite soll über 200 km betragen.

Als Energiespeicher dienen zwei Lithium-Polymer-Batteriepacks mit Zellen des koreanischen Herstellers Kokam. Die jeweils 140-kg-schweren Batterien des Typs EVB1 vom Schweizer Hersteller BRUSA haben eine Nennspannung von 400 VDC und verfügen über einen Energiegehalt von 16 kWh. Für den Vortrieb sorgt pro Achse ein wassergekühlter 150-kW-Weitbereichs-Hybridsynchronmotor mit angeflanschtem Getriebe in Transaxle-Bauweise des Typs HSM1-10.18.13, welcher ebenfalls aus dem Hause BRUSA stammt. Eine vollständige Spezifikation bietet das Datenblatt.

Der Lampo 2 wird über vier unterschiedliche Ladefunktionen verfügen:

- Einphasig bis zu 3,3 kW mit dem integrierten Ladegerät - typisch für das nächtliche Aufladen Zuhause,

- Einphasig bis zu 6,6 kW mit dem integrierten Ladegerät und an Ladesäulen, die mit "Control-Pilot"- und PLC (Power Line Communication)-Technologie ausgestattet sind - typisch für öffentliche Ladestationen,

- Dreiphasig bis zu 9,9 kW mit dem integrierten Ladegerät - typisch für professionelle Flottenanwendungen und

- eine externe DC-Schnellladestation mit einer Spitzenleistung von 80 kW, bei der eine 10-minütige Ladung eine Reichweite von bis zu 100 km ermöglicht.

Erste offizielle Bilder: Protoscar enthüllt Lampo 2 (Bildmaterial: Protoscar) Erste offizielle Bilder: Protoscar enthüllt Lampo 2 (Bildmaterial: Protoscar) Erste offizielle Bilder: Protoscar enthüllt Lampo 2 (Bildmaterial: Protoscar) Erste offizielle Bilder: Protoscar enthüllt Lampo 2 (Bildmaterial: Protoscar)

Vom Protoscar-Chef Marco Piffaretti erhielten wir die Informationen, dass das Auto im Tessin, in Riva San Vitale, bei der Firma Metaltool zusammengebaut wurde. Die Komposit-Karosserie wurde in Turin gefertigt. Das Design und die ganze Konstruktion wurde intern bei Protoscar in Rovio gemacht. Darüber hinaus haben viele Partner und Lieferanten mitgeholfen und Ihr KnowHow in das Projekt einfliessen lassen. Die erste Skizze des Lampo 2 wurde im Juni 2009 erstellt, viele Verbesserungsmassnahmen aus der Erfahrung mit dem ersten Lampo sind darin eingeflossen. Zur Markteinführung gibt es noch keine Angaben, aber aufgrund des grossen Interesses das bereits der erste Lampo ausgelöst hatte, ist Protoscar mit verschiedenen Gruppen im Gespräch, die so ein Fahrzeug gerne industrialisieren und in einer Kleinserie (Grössenordnung: 500 Stück) produzieren möchten. Da sich der Investitionsbedarf eines solchen Vorhabens auf etwa 100 Milionen CHF schätzen lässt, werden sicher noch mehrere Monate vergehen, bevor man einschätzen kann, ob es Lampos jemals in Kleinserie geben wird, so Piffaretti. Der Lampo 2 soll Entscheidungsträgern die Faszination Elektroantrieb erfahren lassen und aufzeigen, dass dieser die ultimative Lösung für alle Autos und nicht nur Stadtfahrzeuge sein kann.

Neben dem Lampo 2 werden in Genf auch Ladeinfrastrukturlösungen zu sehen sein: ein gemeinsam mit ALPIQ entwickeltes intelligentes Ladegerät für Daheim, die öffentliche Ladestation E-TOTEM und die mit ABB und BRUSA entwickelte Schnellladestation. Der Lampo 1, der bisher mehr als 11.000 km auf Rennstrecken und öffentlichen Strassen in ganz Europa absolviert hat, wird zusammen mit dem Lampo 2 weiterhin zu Demonstrations- und Testzwecken unterwegs sein. Protoscar liess sich bisher nicht ermutigen eine Kleinserie des Lampo zu produzieren und zu verkaufen. Mit dem Lampo 2 möchte man aber herausfinden, inwieweit die Produktion des Elektro-Cabriolets möglich wäre. Dazu sollen Gespräche mit entsprechenden Industriepartnern und Investoren geführt und die Erwartungen und Wünsche potentieller Käufer ermittelt werden. Zu den wichtigsten Partner und Sponsoren des Lampo-Projekts gehören die Firma BRUSA (Lieferant für Antriebsstrang), ALPIQ (Energiedienstleister), das Fraunhofer Institut, ABB (DC-Ladetechnik) und das Schweizer Bundesamt für Energie.

Erste offizielle Bilder: Protoscar enthüllt Lampo 2 (Bildmaterial: Protoscar) Erste offizielle Bilder: Protoscar enthüllt Lampo 2 (Bildmaterial: Protoscar) Protoscar-Chef Marco Piffaretti mit seiner neuesten Entwicklung, dem Lampo 2. (Bildmaterial: Protoscar) Das Package des Fahrzeugs mit dem BRUSA-Antriebsstrang. (Bildmaterial: Protoscar)

(mp/wattgehtab.com)


Kommentare 

 
0 #4 2010-03-31 17:09
Aha, so geht das. Dann liegen wir einfach alle falsch, man muss eben etwas für für die Leute mit Geldbeutel bauen, und für die Bewunderer drumherum.. Wieder was dazugelernt. Danke.
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0 #3 2010-03-31 13:09
Dazu auch noch ein Interview mit Martin Eberhard mit Hinweisen zur Logik es zuerst mit einem Sportwagen zu versuchen.
http://is.gd/b87cU

-Alfred
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0 #2 2010-03-30 20:32
zitiere Konrad Mücke:
Warum rückt man Elektroantriebe eigentlich immer in das Feld der Super-Sportwagen? Das wirkt doch eher auf den 'Otto-Normalverbrauch er' abschreckend! Dabei soll die E-Mobilität eher die Probleme des Kurzstreckenver kehrs in Städten lösen.

Elon Musk von Tesla Motors hat das sehr gut erklärt:
"Wir hatten die Wahl entweder einen 80'000 $ Mini oder einen 100'000 $ Spitzensportwag en zu bauen. Was glauben sie lässt sich verkaufen?"
Tesla Motors hat daher ein Geschäftsmodell entwickelt, das sich auf der Preiskurve von oben nach unten bewegt und sich an typische Entwicklungsmus ter, nicht zuletzt aus der elektronischen Industrie, anlehnt: Kein Wunder im Silicon Valley. Andere machen das nun einfach nach.
- Alfred
http://web.me.com/alfredar/Alfreds_Pages/Electric_Cars.html
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0 #1 2010-03-28 11:39
Warum rückt man Elektroantriebe eigentlich immer in das Feld der Super-Sportwagen? Das wirkt doch eher auf den 'Otto-Normalverbrauch er' abschreckend! Dabei soll die E-Mobilität eher die Probleme des Kurzstreckenver kehrs in Städten lösen.
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