Porsche präsentiert auf dem Genfer Automobilsalon (04.-14. März 2010) den Rennwagen 911 GT3 R mit einem Hybridantrieb, welcher speziell für den Renneinsatz entwickelt wurde und auf der Schwungradtechnik basiert.
Ein elektrischer Vorderachsantrieb mit zwei je 60 kW Elektromotoren ergänzt den 480 PS starken Vierliter-Sechszylinder-Boxermotor im Heck. Anstelle der sonst üblichen Batterie bedient sich der Hersteller mit der Schwungradtechnik einem altbekannten Prinzip, welches in der Form zuletzt auch in der Formel 1 mit der mechanischen KERS-Variante zum Einsatz kam.
Der Schwungradspeicher ist ebenfalls eine Elektromaschine, deren Rotor mit bis zu 40.000 Umdrehungen pro Minute rotiert und die Energie mechanisch in Form von Rotationsenergie speichert. Aufgeladen wird der Schwungradspeicher bei Bremsvorgängen, wenn die beiden Elektromaschinen an der Vorderachse ihre Funktion umkehren und als Generatoren arbeiten. Aus dem geladenen Schwungradspeicher kann der Pilot bei Bedarf, also beim Beschleunigen aus Kurven heraus oder während Überholvorgängen, dessen Energie abrufen, indem das Schwungrad im Generatorbetrieb elektromagnetisch abgebremst wird und so aus seiner Bewegungsenergie bis zu 120 kW Leistung für die beiden Elektromotoren an der Vorderachse liefert. Diese Zusatzleistung steht dem Piloten nach jedem Ladevorgang jeweils für eine Dauer von etwa sechs bis acht Sekunden zur Verfügung.
Der 911 GT3 R Hybrid wird nach seiner Premiere in Genf auf dem Nürburgring bei Langstreckenrennen erprobt werden. Als Höhepunkt dieser Erprobung ist ein Start beim 24-Stunden-Rennen auf der Nordschleife des Nürburgrings am 15./16. Mai vorgesehen. Ein Sieg des 911 GT3 R Hybrid steht dabei aber nicht im Vordergrund. Vielmehr soll er als Technologieträger und so genanntes Rennlabor Erkenntnisse für die spätere Anwendung der Hybridtechnik in Strassensportwagen liefern.
(mp/wattgehtab.com)