Als eine der ersten Städte in Deutschland hat Krefeld ein zukunftsweisendes Gesamtkonzept verwirklicht, das alternative Antriebstechniken im öffentlichen Verkehrsraum verbindet. 19 elektrische Niederflur-Straßenbahnen wurden angeschafft, 6 moderne Hybridbusse und 4 hybridbetriebene Müllfahrzeuge sind im Einsatz sowie zwei elektrische Kleintransporter Fiat Fiorino. Alle zusammen sorgen für verringerte Lärmemissionen und eine deutliche Senkung des CO2-Ausstoßes.
„Von den Müllsammelfahrzeugen und den Omnibussen erwarten wir außerdem eine spürbare Reduzierung der Kraftstoffverbräuche und eine bis zu 90 Prozent verringerte Feinstaubbelastung für unsere Kunden und Fahrgäste“, erläutert Petra Giese, verantwortlich für Strategisches Marketing bei SWK Stadtwerke Krefeld AG. Alle Straßenbahnen in Krefeld fahren mit 100 Prozent Naturstrom.
Das Unternehmen, vollständig im Eigentum der Stadt Krefeld, nennt sein Konzept „Die saubere Flotte“. Gefördert wird das Projekt aus Mitteln des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung sowie teilweise durch den Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR). Alle Fahrzeuge tragen das gleiche Branding, die rot-weißen Farben der SWK und unterstreichen den gemeinsamen Anspruch: Umweltfreundlich, innovativ und energieeffizient zu sein. „Bei den Kunden und unseren Fahrgästen kommt unser Angebot gut an. Auch unsere Mitarbeiter konnten wir überzeugen“, deutet Petra Giese anfängliche Bedenken der Fahrerinnen und Fahrer an. Schließlich gab es anfängliche Ängste zu überwinden, was die Alltagstauglichkeit und Reichweite der elektrischen Antriebstechnik auf der Straße betrifft.
Vor allem die plötzlich vergleichsweise leise Müllabfuhr (Lärmpegel: 91 dB gegenüber bisher 106 dB) gefällt den Bürgern. Denn die 26-to-Lkw (Faun Rotopress Dualpower 520 l) sind in den Citystraßen rein elektrisch unterwegs. Die im Stop-and-Go-Betrieb entstehende Bremsenergie wird regenerativ wieder verwendet. Nur der angestrebte Minderverbrauch von einem Drittel Dieselkraftstoff wird auf Anhieb noch nicht erzielt – vielleicht, weil die Müllfahrer zum Ende der Schicht auf Teufel komm raus zur Deponie bzw. Müllverbrennung brettern. Die Alltagserfahrungen im Umgang mit der klima- und umweltfreundlichen Antriebstechnik werden wissenschaftlich begleitet und untersucht.
Für die beiden Elektro-Kleintransporter sind seit Ende 2010 zwei öffentlich nutzbare Strom-Ladesäulen zur Verfügung. Die zwei Fiat Fiorino haben sich als Servicefahrzeuge für Stromableser bzw. für das Säuberungsteam der Verkehrsbetriebe bewährt. „Wir sind auf dem richtigen Weg“, betonen die Stadtwerke Krefeld, die mit rund 2200 Mitarbeitern die Geschäftsfelder Energie, Wasserwirtschaft, Entsorgung und Verkehr betreiben (Umsatz 2010: 1,04 Mrd Euro). Bis Ende 2012 sollen weitere vier hybridbetriebene Busse angeschafft werden.
(tb/wattgehtab.com)