Daimler erprobt induktives Laden beim BMVBS-Projekt „Effizienzhaus-Plus“

Elektro-Mobilitätsprojekte

Daimler erprobt induktives Laden beim BMVBS-Projekt „Effizienzhaus-Plus mit Elektromobilität“ (Bildmaterial: Daimler) Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel eröffnete heute gemeinsam mit Bundesminister Dr. Peter Ramsauer das "Effizienzhaus Plus" in Berlin. Das Modellhaus des Bundes-bauministeriums kombiniert Energieeffizienz mit Elektromobilität. Das Haus produziert Energie, die dann die Elektrofahrzeuge der Bewohner speist. Das Konzept soll nächstes Jahr für ein Jahr durch eine Familie im Alltag getestet werden.

Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung hat im Rahmen der Bau- und der Elektromobilitätsforschung in der Fasanenstraße 87 in Berlin-Charlottenburg ein Einfamilienhaus errichten lassen, das doppelt so viel Energie produziert, wie es verbraucht. Dieser Strom soll direkt vor Ort Elektrofahrzeuge speisen. An diesem bewohnbaren Prototyp wird demonstriert, wie energieeffizientes Bauen und Elektromobilität im Alltag verbunden werden können. Für den einjährigen Alltagstest durch eine vierköpfige Familie stellen Audi, BMW, Daimler, Opel und VW für jeweils drei Monate Elektrofahrzeuge zur Verfügung.

Bundesminister Ramsauer: „Nach dem Motto 'Mein Haus - meine Tankstelle' produziert das Gebäude mehr Energie, als es selbst benötigt. So kann das Haus selbst die Elektrofahrzeuge speisen. Ich will, dass dieses Haus kein Prototyp bleibt. Deshalb fördern wir die Entwicklung solcher Häuser mit einem eigenen Forschungsprogramm.“

Die Daimler AG schickt mit einer technisch modifizierten Mercedes-Benz A-Klasse E-CELL dabei erstmals ein Fahrzeug mit induktiver Ladeoption in den Alltagstest. Das Prinzip: Statt das Fahrzeug per Kabel zu laden genügt es, das mit einer speziellen Ladespule ausgerüstete Elektrofahrzeug über einer Ladespule im Boden zu positionieren, der Ladevorgang startet dann vollautomatisch. „Wir sind gespannt, wie sich die induktive Ladetechnik im täglichen Einsatz bewährt", so Prof. Herbert Kohler, Leiter E-Drive & Future Mobility in der Forschung und Vorentwicklung der Daimler AG. "Die Machbarkeit haben wir bereits bewiesen, jetzt können die Erfahrungen im Alltagsbetrieb wichtige Impulse für die weitere Entwicklung geben. Außerdem sind noch einige technische und finanzielle Fragen zu lösen, um die Markttauglichkeit dieser Technologie wirklich bewerten zu können.“

Gemeinsam mit Conductix-Wampfler und Röchling Automotive KG hat Daimler diese Technik bereits in einem Förderprojekt des Bundesumweltministeriums prototypisch umgesetzt und deren Funktionsfähigkeit unter Beweis gestellt. Im Rahmen des Praxistests soll jetzt die Alltagstauglichkeit der neuen Technologie ausgiebig erprobt werden.

Daimler erprobt induktives Laden beim BMVBS-Projekt „Effizienzhaus-Plus mit Elektromobilität“ (Bildmaterial: Conductix-Wampfler)) Die Fahrzeuge sind mit einer Gleichrichterelektronik sowie mit einer Abnehmerspule ausgerüstet, die in die Unterbodenverkleidung integriert ist. Hauptsystembestandteile der Infrastruktur sind die Einspeiseelektronik und die Ladespule, die in zwei Varianten realisiert wurde - als auf den Boden aufgelegte Spule („Überflur“) und als bodenintegrierte Spule.

Daimler erprobt induktives Laden beim BMVBS-Projekt „Effizienzhaus-Plus mit Elektromobilität“ (Bildmaterial: Conductix-Wampfler)) Neben der kabellosen Energieübertragung gehören die drahtlose Kommunikation zwischen Infrastruktur und Fahrzeug, die Fahrer-Assistenzfunktion „Anfahren der Positionierung über Ladespule“, die automatische Initiierung des Ladevorgangs und die Fahrzeugidentifikation zum Funktionsumfang des Systems. Im Bereich zwischen den Spulen vermeidet eine Gegenstandserkennung Risiken durch erwärmte Metallkörper.

Conductix-Wampfler hat alle Komponenten des Systems entwickelt und konnte dabei auf umfangreiche Erfahrungen mit der induktiven Energieübertragung im Geschäftsfeld Fabrikautomatisierung sowie auf die Erkenntnisse aus dem kabellosen Laden von Elektro-Bussen in Genua und Turin zurückgreifen. Diese sind seit 2003 in Betrieb.

Daimler erprobt induktives Laden beim BMVBS-Projekt „Effizienzhaus-Plus mit Elektromobilität“ (Bildmaterial: Daimler) Daimler hat die fahrzeugseitigen Umfänge des Ladesystems definiert und das Assistenzsystem zur Fahrerunterstützung umgesetzt. Die Spulenintegration in der Unterbodenverkleidung der Fahrzeuge stammt von der Firma Röchling Automotive.

Neben der Mercedes-Benz A-Klasse E-CELL mit induktiver Ladeoption stellt die Daimler AG dem Projekt ab Start der Testphase im März 2012 zwei weitere Elektrofahrzeuge mit batterie-elektrischem Antrieb für rund drei Monate zur Verfügung: den smart fortwo electric drive der zweiten Generation und das smart ebike.

(mk/wattgehtab.com)


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