car2go Ulm stellt um auf Elektroantrieb

Elektro-Mobilitätsprojekte

car2go bringt den Smart ED nach Ulm Die SWU Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm GmbH und die Daimler-Tochter car2go GmbH haben gestern gemeinsam mit den Technologiepartnern Mennekes und der FG.de-Unternehmensgruppe das Zeitalter der Elektromobilität in Ulm und Neu-Ulm eingeläutet.

Ab Anfang August werden in der car2go-Flotte die ersten fünf elektrisch betriebenen smart fortwo anmietbar sein. Die Voraussetzung dafür schafft die SWU gestern mit der Inbetriebnahme der ersten fünf Stromtankstellen. In den Sommermonaten soll das Stromtankstellennetz dann zügig auf 24 „Stromzapfsäulen“ in den beiden Donaustädten ausgebaut werden. Die Ladestationen werden ausschließlich mit SWU NaturStrom versorgt, so der Stromversorger. Bis Ende 2012 können dort alle Elektrofahrzeuge, also auch E-Bikes oder Elektroroller, gratis aufgetankt werden.

Ulm ist für car2go die Pionierstadt und auch jetzt wird eine wichtige neue Entwicklung zuerst auf den Straßen der Donaustadt eingeführt. Bevor wir Ende des Jahres mit einer rein elektrisch betriebenen car2go-Flotte in Amsterdam an den Start gehen, wird damit in Ulm und Neu-Ulm die Elektromobilität für die breite Bevölkerung im wahrsten Sinne des Wortes direkt erfahrbar“, begrüßt Robert Henrich, Geschäftsführer der car2go GmbH, den heutigen Schritt. Für Ivo Gönner, Oberbürgermeister der Stadt Ulm und SWU-Aufsichtsratsvorsitzender, ist die Kooperation mit car2go der Garant dafür, dass die Elektromobilität in Ulm und Neu-Ulm schnell Fuß fassen kann: „Mit car2go als Partner ist eine breite Nutzung der neuen Versorgungsinfrastruktur sichergestellt. Damit ist auch die Grundlage für den schnellen Ausbau der Elektromobilität in Ulm und Neu-Ulm geschaffen. Ich bin mir sicher, dass das Beispiel von car2go bei Bürgern wie Unternehmen Schule machen und so die Zahl der Elektrofahrzeuge in den beiden Städten schnell ansteigen wird." Davon geht auch Robert Henrich aus: „Wir haben mit car2go in Ulm und Neu-Ulm gerade die Schwelle von einer halben Million Mietvorgängen überschritten. Ich kann mir vorstellen, dass die neuen Elektro-smart ab August dazu beitragen werden, die Attraktivität unseres Mobilitätskonzepts nochmals zu steigern“, so seine Einschätzung. Jürgen Schäffner, Geschäftsführer der SWU Energie GmbH, betont, dass dieses Projekt weit mehr als eine PR-Aktion ist: „Wir reden hier nicht von der isolierten Installation von ein paar Zapfsäulen, sondern von einem integrierten Gesamtkonzept: Denn es werden sowohl die Systeme eines Mobilitätsdienstleisters wie car2go als auch die intelligente Software für die bedarfsgerechte Stromverteilung von der FG.de-Unternehmensgruppe integriert. Damit übernimmt die SWU eine Vorreiterrolle unter den deutschen Stadtwerken.“

Die „Smart-Spot“-Ladestationen von Mennekes sind mit zwei Ladeanschlüssen ausgestattet: Einem Mode-3-Ladeanschluss, der intelligentes Laden durch die Kommunikation mit dem Fahrzeug ermöglicht, und einer normalen SCHUKO-Steckdose für Fahrzeuge wie Elektroroller oder E-Bikes, die über keine Kommunikationsschnittstelle verfügen. Die Freischaltung erfolgt berührungslos über die SWU Strom-Tankkarte, so dass ein Missbrauch der Ladestationen ausgeschlossen ist. Ein Info-Display gibt Informationen zur Bedienung und zeigt an, wie viel Energie bezogen wurde. Durch eine farbige LED-Beleuchtung der Steckdose soll die Bedienung im Dunkeln erleichtert und das Erkennen des Ladestatus durch verschiedene Farben ermöglicht werden.

FG.de, Spezialist für Smart Metering und eMobility-Technologien, wird gemeinsam mit der SWU die zentrale Leitstelle für das Zapfsäulennetz sowie die Schnittstelle zur einzelnen Stromladesäule entwickeln. Die Leitstelle wird bei der SWU installiert werden und ermöglicht die Überwachung der Ladevorgänge, die Verwaltung der Kundendaten sowie die Überwachung aller Ladesäulen. Dabei steht insbesondere der car2go-Benutzer im Fokus, der über das Internet den Ladestand seines Fahrzeugs abfragen oder mit Hilfe seines Smartphones die nächste freie Ladesäule finden und reservieren kann. Sollte einmal ein Fehler auftreten, kann das Problem mittels Fernwartung in kurzer Zeit behoben werden. FG.de wird diese Funktionalität zusammen mit den SWU künftig weiter entwickeln und ausbauen, um dem Nutzer das Stromtanken so komfortabel wie möglich zu gestalten.

Die Prozesskontrolle des Ladevorgangs durch die Übertragung von Kundendaten und Messwerten ermöglicht künftig auch die Nutzung der Fahrzeugbatterien als Zwischenspeicher - und damit die Integration der Elektrofahrzeuge in das Smart Grid. Über Schnittstellen soll es dabei ab 2012 möglich sein, sowohl den car2go-Betrieb als auch nicht registrierte E-Autofahrer abzurechnen. Mit der Integration in die Software-Systeme der SWU und FG.de will man Transparenz und die Möglichkeit die Abrechnung der Ladevorgänge auch über „Roaming“ erreichen- also deutschlandweit und mit den unterschiedlichsten Stromanbietern. Die Smart-Spot-Ladesysteme von Mennekes sind, in Kombination mit dem Leitsystem von FG.de, für intelligentes Lastmanagement durch die SWU gerüstet.

(mk/wattgehtab.com)


Kommentare 

 
0 #2 Marc Kudling 2011-07-01 18:46
Hallo MWeber,

also ich persönlich finde die Kosten mit den konventionellen Smarts in Hamburg nicht zu hoch. In den 29 Cent/Minute sind alle Kosten abgedeckt. Ich habe keine monatliche Grundgebühr oder Spritkosten und ich kann den Wagen fast überall abstellen, da auch Parkgebühren miteingeschloss en sind. Ausserdem kann ich mir sowieso nicht vorstellen, dass die Smart ED einen günstigeren Zeit-Preis haben werden. Bei der Bahn (flinkster) z.B. kostet der Kilometer mit einem Elektroauto genausoviel wie mit einem koventionellen CarSharing-Auto.
Gruss, Marc
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0 #1 2011-06-30 11:50
Das ist mal wirklich ein Schritt in die richtige Richtung. In Hamburg sind es noch Smarts mit konventionellem Benzinmotor, was zur Folge hat, dass es sich nicht nur nicht rechnet, weil die anfallenden Kosten für die Mieter einfach zu hoch sind, sondern das ganze auch unter dem Umweltaspekt eher fragwürdig ist. Aber mit den E-Flitzern stimmt so langsam die Bilanz...
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