BMW startet Mini-E-Feldversuch in den USA

Elektro-Mobilitätsprojekte

bmw_mini_e_flottentest_2008 BMW bringt wie im Juli angekündigt eine Flotte von rund 500 Elektro-Minis für die private Nutzung im Alltagsverkehr auf die Straße. Der "Mini E" wird von einem 150 kW/204 PS starken Elektromotor angetrieben, der seine Energie aus einem Lithium-Ionen-Akku bezieht und in 8.5 Sekunden auf 100 km/h beschleunigt. Ende September wurde wie berichtet der erste E-Mini-Prototyp auf Münchens Straßen gesichtet.
 
Die speziell für die Anwendung im Automobil entwickelte Batterietechnik ermöglicht eine Reichweite von über 240 Kilometern beziehungsweise 150 Meilen. Der Mini E wird im Rahmen eines Pilotprojekts ausgewählten Privat- und Firmenkunden zunächst in den US-Bundesstaaten Kalifornien, New York und New Jersey zur Verfügung gestellt. Ein weiterer Einsatz in Europa wird zurzeit geprüft. Der Mini E wird während der Los Angeles Auto Show am 19./20. November 2008 zum ersten Mal der Weltöffentlichkeit präsentiert.

Der Elektroantrieb entwickelt ein maximales Drehmoment von 220 Newtonmetern und ermöglicht eine unterbrechungsfreie Beschleunigung in 8,5 Sekunden auf 100 km/h beziehungsweise 62 mph. Die Höchstgeschwindigkeit wird elektronisch auf 152 km/h oder 95 mph limitiert. Eine speziell an der Gewichtsverteilung des Fahrzeugs orientierte Fahrwerksabstimmung verhilft ihm zudem zu Mini typischer Agilität und einem sehr guten Handling.

Durch die Nutzung von rund 500 Elektrofahrzeugen im realen Alltagsverkehr ergibt sich die Möglichkeit, praxisnahe Erfahrungen in repräsentativer Bandbreite zu sammeln. Die Auswertung dieser Erkenntnisse generiert wertvolles Knowhow, das für den Entwicklungsprozess von Serienfahrzeugen genutzt werden soll. Der Automobilhersteller strebt als Bestandteil der Unternehmensstrategie "Number One" mittelfristig die Serienproduktion von rein elektrisch betriebenen Fahrzeugen an. Im gleichen Kontext steht die im "project i" angesiedelte Entwicklung innovativer Konzepte für die Mobilität in großstädtischen Ballungsräumen, die ebenfalls auch die Nutzung eines rein elektrischen Antriebs einschließt.

Der Energiespeicher
Lithium-Ionen-Technik der neuesten Generation, speziell für die Nutzung im Mini entwickelt. Das auf dem aktuellen Mini basierende Fahrzeug geht als Zweisitzer an den Start. Der Platz, der beim Serienmodell den Fond-Passagieren zur Verfügung steht, ist bei ihm für den Lithium-Ionen-Akku reserviert. Der Lithium-Ionen-Speicher verfügt über eine Gesamtkapazität von 35 Kilowattstunden (kWh) und überträgt seine Energie in Form von Gleichstrom mit einer Nominalspannung von 380 Volt an den Elektromotor. Der Akku setzt sich aus 5.088 Batteriezellen zusammen, die in 48 Modulen zusammengefasst sind. Diese Module werden in Form von drei Batterieelementen im Innenraum angeordnet.

Der Lithium-Ionen-Akku kann an jeder gewöhnlichen Netzstrom-Steckdose angeschlossen werden. Die Aufladezeit ist eng an die im Versorgungsnetz herrschende Spannung und Stromstärke gebunden. In den USA lässt sich ein vollständig entladener Akku innerhalb kurzer Zeit mithilfe einer so genannten Wallbox aufladen, die zum Ausstattungsumfang jedes Mini E gehört. Die Wallbox wird in der Garage des Kunden installiert, lässt eine höhere Stromstärke zu und ermöglicht damit besonders geringe Ladezeiten. Schon zweieinhalb Stunden nach dem Ankoppeln an die Wallbox verfügt der Akku wieder über die vollständige Energiemenge. Für eine vollständige Wiederaufladung werden maximal 28 Kilowattstunden aus dem Stromnetz entnommen. Umgerechnet auf die Reichweite des Fahrzeugs genügt eine Kilowattstunde für die Distanz von 5,4 Meilen.

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Elektroantrieb
Der vorn quer unter der Motorhaube positionierte Elektromotor stellt seine volle Durchzugskraft aus dem Stand heraus zur Verfügung. Sobald der Fahrer den Fuß vom Gaspedal nimmt, übernimmt der Elektromotor die Funktion eines Generators. Dabei entsteht ein Bremsmoment und der aus der Bewegungsenergie gewonnene Strom wird in die Fahrzeugbatterie zurückgespeist. Im Stadtverkehr können rund 75 Prozent aller Verzögerungsvorgänge ohne Hilfe der Bremsanlage absolviert werden. Eine intensive Nutzung dieser so genannten Rekuperation von Energie durch den Motor führt zu einer Erhöhung der Reichweite um bis zu 20 Prozent.

Produktion in Oxford und München
Der Mini E bringt ein Gewicht von 1.465 Kilogramm (3.230 lbs) auf die Waage. Die Testflotte wird bis zum Ende des Jahres 2008 an den Standorten Oxford und München in einer limitierten Serie von rund 500 Fahrzeugen produziert. Mit dieser Auflage wird der Umfang vergleichbarer aktueller Versuchsserien bei weitem überschreitet. Der Mini E hat wesentliche Bestandteile des Produktionsentwicklungsprozesses für Serienfahrzeuge durchlaufen und dabei unter anderem eine Vielzahl von Crashtestes absolviert. Dabei wurde neben dem Insassenschutz auch die eventuelle Einwirkung von Aufprallkräften auf den Lithium-Ionen-Akku analysiert und seine gefährdungsfreie Positionierung im Fahrzeug bestätigt. Bei allen im Rahmen der besonders strengen US-Standards für den Unfallschutz vorgeschriebenen Crash-Versuchen blieb der Energiespeicher unversehrt.

Im britischen Werk entsteht das gesamte Fahrzeug mit Ausnahme der Antriebskomponenten und des Lithium-Ionen-Speichers parallel zur Fertigung der Serienmodelle der Marke. Die Integration des Elektromotors, der Batterieeinheiten, der Leistungselektronik und des Getriebes wird anschließend in einem speziell zu diesem Zweck eingerichteten Produktionskomplex auf dem Gelände des BMW Werkes in München vollzogen.

(mp/wattgehtab.com)


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