Abschluss des „One Tonne Life"-Projekts mit 1,5 Tonnen CO2-Emissionen

Elektro-Mobilitätsprojekte

Abschluss des „One Tonne Life Der schwedische Umweltminister Andreas Carlgren hat am 13. Juni 2011 das „One Tonne Life"-Projekt in Stockholm offiziell beendet. In dem sechsmonatigen Test versuchte die vierköpfige schwedische Familie Lindell, ihren ökologischen Fußabdruck von den derzeit 7,3 Tonnen CO2 einer Durchschnittsfamilie auf eine Tonne pro Person und Jahr zu reduzieren. Die Lindells schafften einen Wert von 1,5 Tonnen. Dies bedeutet eine fast 80-prozentige Reduzierung gegenüber dem Start im Januar 2011.

Die Marke von einer Tonne Kohlendioxid pro Person und Jahr hatten die Projektverantwortlichen als Wert ermittelt, der zukünftig nötig sein wird, um dem Klimawandel wirksam zu begegnen. An dem Projekt beteiligten sich die Unternehmen A-hus (Hersteller von Energiesparhäusern), Siemens (Gerätetechnik), Volvo (Automobilhersteller), ICA (Nahrungsmittelkonzern) und Vattenfall (Energieunternehmen). Mit Energy Watch, einem System von Vattenfall, wurde der Stromverbrauch der Familie in Echtzeit erfasst.

In der ersten Phase des Projekts, als wir den CO2-Ausstoß auf 2,5 Tonnen reduzierten, haben wir eigentlich keine größeren Abstriche oder Kompromisse gegenüber unserem bis dahin üblichen Lebensstil gemacht. Doch die letzte Phase, die Reduzierung auf 1,5 Tonnen, war schon eine extreme Erfahrung für uns", sagt Alicja Lindell, 51-jährige Kindergartenleiterin.

Im Rahmen des „One Tonne Life" Projekts war die Familie für sechs Monate von ihrem bisherigen Haus aus den 1970er Jahren in ein Energiesparhaus von A-hus gezogen und hatte ihre beiden zehn Jahre alten Autos gegen einen Volvo C30 Electric eingetauscht. Vattenfall lieferte Strom aus erneuerbaren Energiequellen, stellte die Solartechnik zur Verfügung und fungierte als Energieberater. ICA und Siemens standen als Projektpartner in den Bereichen Ernährung und Haushaltsgeräte zur Seite.

Familie Lindell Mobilität und Stromverbrauch waren die beiden Gebiete, auf denen die Testfamilie die größten Einsparungen erzielte. Der Kohlendioxid-Ausstoß im Bereich Mobilität sank um mehr als 90 Prozent, nicht zuletzt deshalb, weil der eingesetzte Volvo C30 Electric mit erneuerbaren Energien aufgeladen wurde. Das Energiesparhaus, ein sogenanntes Plus-Energie-Haus, produzierte mit Hilfe von Solartechnik mehr Energie als es verbrauchte. Der von der Familie nicht genutzte Strom wurde in das externe Stromnetz eingespeist bzw. zur Aufladung des Volvo C30 Electric verwendet. Somit halbierten sich die CO2-Emissionen des Hauses.

Auch in puncto Ernährung machte Familie Lindell große Fortschritte. Durch eine aktive Produktauswahl und die Verwendung von umweltschonenden, ökologischen und regional produzierten Waren wurde auch hier die CO2-Bilanz spürbar verbessert. Am Ende des Projektes ernährte sich Familie Lindell ausschließlich vegetarisch.

Um die CO2-Emissionen noch einmal zu senken, beschloss Familie Lindell in der letzten Woche des Projektes, nur noch einen Teil des Hauses zu nutzen und auf einige Annehmlichkeiten zu verzichten. „Wir haben den CO2-Ausstoß in der letzten Woche auf 1,5 Tonnen gesenkt, aber dies bedurfte schon einiger Anstrengungen. Wir haben auf das Fernsehen verzichtet, Shopping war ebenso gestrichen wie Café- oder Restaurantbesuche. Dies konsequent durchgezogen würde vielleicht zu einem Ergebnis von einer Tonne führen, doch ich glaube nicht, dass das durchzuhalten ist", sagt Nils Lindell, 52-jähriger Organisationsberater. „Außerdem haben zahlreiche Produkte Einfluss auf das Ergebnis- und auf deren CO2-Bilanz haben wir keinen Einfluss. Aber wir haben bewiesen, dass man mit der richtigen Einstellung und der entsprechenden Motivation nahe an den Wert von einer Tonne herankommen kann. Alles in allem war es ein sehr interessantes und lehrreiches Abenteuer", erklärt Nils Lindell.

(mk/wattgehtab.com)


Kommentar schreiben

Wattgehtab ermuntert seine Leser ausdrücklich, Artikel zu kommentieren. Im Interesse aller User behalten wir uns vor, veröffentlichte Kommentare zu prüfen und gegebenenfalls zu editieren oder zu löschen. Besonderen Wert legen wir ferner auf einen sachlichen Stil der Kommentare und den Respekt vor anderen Meinungen. Danke für die Beachtung. Ihr Wattgehtab-Team


Sicherheitscode
Aktualisieren

Neueste Kommentare