Es gibt eine internationale Bewegung von Experten, die die weltweite Weltölförderung kurz vor ihren Fördermaximum, dem sogenannten „Peak Oil“, sehen. Die Jahreszahl von 2020 wird dabei von diesen Skeptikern für das Öl genannt, später wird sich ein „All-Zeit-Hoch der Förderung“ auch für Kohle und Gas einstellen. Man ist sich einig, daß kein anderer fossiler oder nuklearer Energieträger dies wird ausgleichen können! Da die Nachfrage nach Öl, getrieben von den erwachenden Industrieländern Brasilien, China, Indien und Rußland, weiter steigt, ist ein Preis für das Barrel Rohöl von 200$ in deren Augen längst keine Utopie mehr. Dies hätte natürlich weitreichende Folgen für das Zusammenleben der Menschen auf diesen Planeten. Insbesondere in Europa, wo man über keine großen Bodenschätze verfügt und wo aktuell die produzierende Realwirtschaft zurück gedrängt wird, entstünden tiefe Einschnitte, die ohne soziale Unruhe sicher nicht einher gehen würden!
Nicht umsonst merkt den auch Gerald Braunberger zu Weihnachten 2009 in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung auf Seite 1 an: „ Der chinesische Staatskapitalismus finanziert nicht nur die amerikanischen Defizite, sondern er investiert seit Jahren vor allem in die Sicherung von Rohstoffreserven und in den Erwerb von Technologie. Während die Chinesen eine zukunftsgewandte strategische Wirtschaftspolitik betreiben und hierfür Geld ausgeben, verwenden die westlichen Nationen teure Steuermilliarden, um Bankrotteuren in Bankertürmen ihre Boni zu sichern.“ Die Finanzierung von kriegsähnlichen Verhältnissen ohne eine finale Vision in Afghanistan ließe sich ohne Zweifel hier noch ergänzen.
Ein schnelles Umdenken bei der Energiethematik ist erforderlich!
„ We should leave the oil before the oil leaves us!“ meinte denn auch Fatih Birol (Chief Economist International Energy Agency) bereits im Jahr 2008.
Oder wie es Dr. Werner Zittel (Ludwig-Bölkow-Systemtechnik GmbH) am 20.11. auf der Peak Oil Veranstaltung in Hamburg ausdrückte:
„Wir stehen am Beginn eines Strukturwandels der Energieversorgung, der zu einer Neuorientierung der gesamten Wirtschaft führen wird!“ Hier wir es in Kürze wieder echte Gewinner geben und das ist auch gut so!
Die zwei Milliarden Euro, die Frau Ministerin Annette Schavan (vergl. Hamburger Abendblatt 24.12.09) in die bundesdeutsche Klima- und Nachhaltigforschung stecken will, sind in diesem Zusammenhang kein Cent zu viel. Ich meine, man sollte dieses Invest nicht nur der Klimathematik sondern eben auch der Problematik der Verknappung des Öls zu schreiben. Vielleicht ist ja gerade der Ausweg aus der derzeitigen weltwirtschaftlichen Krise, die durch kurzfristige Profitmaximierung herauf beschworen wurde, in der Anstrengung zu sehen, mittelfristig, möglichst vielen Menschen ein nachhaltiges Leben zu ermöglichen. Hier muß die Politik valide Leitlinien und hochwertige Anreize setzen! Auf geht’s! (Olaf Hübner)
--
Olaf Hübner (Dipl. Kfm., 47) ist Vertriebsleiter bei der Assystem GmbH, dem deutschem Arm eines großen internationalen Ingenieurdienstleisters mit über 10.000 Mitarbeitern in den Branchen Energie, Automotive und Luftfahrt. Im Konsumentenmarkt erlebte er die Multimedia-Revolution bei Philips und den Siegeszug der digitalen Fotografie bei Olympus mit. Die Auswirkungen des E-Mobils auf bestehende Strukturen hält er für noch extremer! Zusätzlich ist er Herausgeber von Leichtbau-Netz.de, eine branchenübergreifende Vernetzung von Anbietern im Bereich von leichten wie robusten Faserverbund-Werkstoffen, die u.a. auch zunehmend im Automotive- Sektor zum Einsatz kommen.