E- Autos bei Media Markt: Sie werden es tun!

Einwurf Olaf Hübner

Olaf Hübner„Die Ware findet Ihren Weg!“ ist ein guter Satz eines alten Vertriebs-Haudegens, der mich lange im Bereich der Consumer Electronics begleitete. Beim Komplex der Elektro-Autos ist zu beachten, dass das Wort „Elektro“ eben auch vom heute „noch fernen“ Branchenriesen Media Markt benutzt wird. Wenn es aber in absehbarer Zeit akzeptable Autos aus China oder Indien auf interessanten Preispunkten in Mengen zu verkaufen gibt, so werden diese Handelsketten keine Scheu haben,  es tatsächlich auch zu machen. Schließlich sind sie schon heute gewohnt, Drucker, Handies oder Kameras zu verkaufen und später am Nachfolgegeschäft zu partizipieren. Zusätzlich werden dann im Bundle Stromverträge mit RWE, EWE oder E.on abgeschlossen. Freie Autohändler wie z.B. „Automeister“ oder „Auto Teile Unger“ sind bereits heute aufgestellt, das anfallende Servicegeschäft zu übernehmen. Wobei schon jetzt sichtbar ist, dass Elektroroller vergleichsweise viel weniger anfällig sind, als entsprechende Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren.  

Man muß wissen, dass z.B. Media Markt durchaus regional in Verbünden gegliedert ist. Kein Problem also, in einem Pilot-Projekt z.B. in Berlin im bekannten roten Flyer auch entsprechende Autos zu bewerben. An einem Wochenende stehen dann zwei Automobil-Transporter auf dem Parkplatz, die zehn bis 12 Elektro-Autos geladen hätten. Funktioniert das Pilot-Projekt, so hätte Media Markt sicher keine Probleme, binnen einer Woche 5.000 Elektro-Autos bundesweit zu verkaufen. Für den involvierten Energieversorger ein interessanter Schachzug, sein temporäres Speichervolumen an Energie merklich zu erhöhen.

Dies wird dann die Realität sein, mit der sich Daimler, BMW und Volkswagen zu beschäftigen haben, denn an der Halterung des Nummernschildes wird dann „Media Markt“ stehen. Und was dieser neuer Marktteilnehmer wirklich gut beherrscht, ist , die Preise klein zu bekommen. Für Media Markt wird dies nur ein willkommenes  Zusatzgeschäft sein! Für die traditionellen Automobilhersteller und deren Niederlassungen könnte es aber ein dramatisches Wegbrechen von Deckungsbeiträgen bedeuten. Wer sich nun darüber freut, der sollte  beachten, dass diese Entwicklung viele Arbeitsplätze hierzulande in der Automobilindustrie gefährden könnte. Es gibt halt die Wege, um Mengen an (ausländischen) Elektroautos in den Markt zu drücken! (Olaf Hübner)

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Olaf Hübner (Dipl. Kfm., 47) ist Vertriebsleiter bei der Assystem GmbH, dem deutschem Arm eines großen internationalen Ingenieurdienstleisters mit über 10.000 Mitarbeitern in den Branchen Energie, Automotive und Luftfahrt. Im Konsumentenmarkt erlebte er die Multimedia-Revolution bei Philips und den Siegeszug der digitalen Fotografie bei Olympus mit. Die Auswirkungen des E-Mobils auf bestehende Strukturen hält er für noch extremer! Zusätzlich ist er Herausgeber von Leichtbau-Netz.de, eine branchenübergreifende Vernetzung von Anbietern im Bereich von leichten wie robusten Faserverbund-Werkstoffen, die u.a. auch zunehmend im Automotive- Sektor zum Einsatz kommen.


Kommentare 

 
0 #1 2010-01-26 00:42
Bereits in den nächsten Jahrzehnten wird die politische und wirtschaftliche Stabilität der Weltgemeinschaf t gefährdet sein. Selbst wenn die Nachfrage nach Öl auf dem gegenwärtigen Niveau bleibt, wird die Welt die Liefermenge von vier mal Saudi-Arabien zur Aufrechterhaltu ng der Produktion und die Liefermenge von sechs mal Saudi Arabien benötigen, um die erwartete Nachfrage bis 2030 zu befriedigen. Für die Weltgemeinschaf t sind zwei Probleme von existenzieller Bedeutung: Eine verlässliche und bezahlbare Energieversorgu ng und das bei niedrigem CO2-Ausstoß. Sinkende Energieressourc en und der Klimawandel sind zwei Seiten derselben Medaille, daher ist das Ziel von Hamburg Goes Green die bezahlbare Mobilität auf elektrischer Basis und die preiswerte Versorgung mit erneuerbaren Energien.
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