Der erste Tag war voller Überraschungen für das Wattgehtab-Team. Unterwegs im Münchener Berufsverkehr wären wir fast nicht rechtzeitig zum Start erschienen, doch glücklicherweise sind wir kurzerhand auf die U-Bahn umgestiegen und konnten gerade noch rechtzeitig unseren Smart erreichen, der über Nacht auf dem TÜV-Gelände geladen wurde.
Pünktlich um 9 Uhr schickte der Präsident des Automobilclubs von Deutschland und Schirmherr der Rallye, Rudolf Graf von der Schulenburg und Richard Schalber, der sportliche Leiter der e-miglia, das erste Fahrzeug auf die Fahrt in Richtung des ersten Checkpoints auf dem TÜV-Gelände in Starnberg.
Von Starnberg aus führte der Weg nach Hohenpeißenberg, wo die erste Sonderprüfung und anschließend der erste Ladehalt auf die Teilnehmer wartete. Doch auf dieser ersten Etappe waren wir vom Pech verfolgt. Zwar lagen wir so gut in der Zeit, dass wir eine 20-minütige Pause einlegen konnten, doch das hätten wir lieber nicht tun sollen. Zu nah an der Hauswand geparkt, braucht es nur einen starken Windzug um eine geöffnete Hallentür in die aufstehende Heckscheibe unseres Smarts zu schlagen. Die Heckscheibe zerbrach in tausend Teile. Nachdem wir uns von dem Schrecken erholt und die meisten Glasscherben beseitigt hatten, konnten wir unsere Fahrt fortsetzen. Kurz vor dem Startpunkt der Sonderprüfung war zudem noch die Straße durch Bauarbeiten blockiert, so dass wir erst in der letzten Sekunde die Sonderprüfung erreichten.
In genau 5 Minuten waren 3,4 Kilometer zu absolvieren. Die einspurige, ansteigende Straße, die auf den Bayrischen Rigi führte, war für die kleineren Fahrzeuge wie unseren Smart sehr anspruchsvoll und darum wir freuten uns umso mehr, nur 6 Sekunden nach dem ersten Tesla die Ziellinie zu überqueren.
Die 4-stündige Ladepause bei wunderbarem Panorama konnten leider nicht wirklich genießen, verbrachten wir doch die meiste Zeit damit diverse Händler anzurufen, um eine neue Heckscheibe organisieren.
Die anschließende Fahrt nach Füssen führte die Teilnehmer durch wunderschöne Landschaft und vorbei am Schloss Neuschwanstein. Einige ließen es sich nicht nehmen anzuhalten und das Panorama und ihre Autos zu fotografieren. Wir staunten nicht schlecht, als auf einmal ein Gefährt besonderer Art auftauchte. Eine fünfköpfige Familie mit dem Planwagen auf dem Weg von Piemont nach Eisenach. Etwa 800 km in 17 Wochen will das Gespann schaffen.
Weiter ging es nach Füssen, dem Etappenziel. Dort trafen wir punktgenau ein, jedoch war der Publikums- und Medienandrang so hoch, dass keiner der Teilnehmer an diesem Tag eine Zeitstrafe für die Ankunft in Füssen erhielt.
Pünktlich zum einsetzenden Regen traf unsere Heckscheibe ein, die wir auch sofort montierten.
Das Wattgehtab-Team belegte an diesem Tag den 11. Platz.
Weitere tolle e-miglia-Berichte gibt es auf dem Blog von Nicole Y. Männl, der Beifahrerin und "the Brain" des Wattgehtab-Teams: http://0511web.de/
Panorama-Aufnahmen:
Kurzes Interview mit Marcel Schwager, einziger Teilnehmer mit einem Elektro-Motorrad:
Bilder der Veranstaltung: