Mercedes ML 450 Hybrid: Batterie-Lieferant gefährdet Verkaufsstart

Batterie

mercedes_ml_450_hybrid_daimler Daimler stößt bei der Einführung des SUV-Hybrids ML 450 in den USA offenbar auf Batterie-Probleme. Der ML 450 Hybrid wurde erstmals auf der IAA 2007 vorgestellt und der Produktionsstart wäre für Juni 2009 geplant gewesen. Der Autohersteller habe gegen den US-Lieferanten der benötigten Nickel-Metallhydrid-Batterien (NiMH), Cobasys, eine Klage eingereicht, da die Lieferung in Frage stehe, berichtet die "Stuttgarter Zeitung".

Das Gericht solle Cobasys anweisen, sofort mit der Produktion zu beginnen, zitierte die Zeitung aus dieser Schrift. Zudem verlange der Autokonzern Schadenersatz in ungenannter Höhe.

Der Autobauer reagiert damit auf das veränderte Kaufverhalten der Amerikaner, die angesichts steigender Benzinpreise weniger spritfressende Geländewagen kaufen. Das SUV-Modell ML 450 Hybrid sollte 2009 als Two-Mode Benzinhybrid auf den Markt kommen. Das Two-Mode-Hybrid-System ermöglicht rein elektrisches Fahren. Bei einer kombinierten Systemleistung von 250 kW/340 PS und einem kombinierten maximalen Drehmoment von 480 Nm soll der Verbrauch bei 7,7 Liter pro 100 Kilometer liegen. Das würde einem CO2-Ausstoß von 185 Gramm pro Kilometer entsprechen. Damit wollte Mercedes das sparsamste SUV seiner Klasse auf den Markt bringen.

Cobasys wolle sich nicht mehr an eine Vereinbarung zur Lieferung von Fahrzeugbatterien für den Geländewagen ML 450 Hybrid halten, sagte ein Mercedes-Benz-Sprecher. Grund dafür ist den Medienberichten zufolge, dass die beiden Cobasys-Anteilseigner – Chevron Technology Ventures und Energy Conversion Devices – die Finanzierung ihrer Verluste schreibenden Tochter im vergangenen Jahr eingestellt haben, so dass Cobasys de facto handlungsunfähig sei.

Ohne die Verfügbarkeit der geeigneten NiMH-Batterien könne Mercedes den Zeitplan für den Marktstart nicht einhalten. Womöglich stehe das Projekt ganz vor dem Aus oder es muss mit einer längeren Verzögerung gerechnet werden. Kein anderer Hersteller könne eine Batterie mit den zwischen Mercedes und Cobasys vereinbarten Eigenschaften liefern. (mp/wga)


Kommentare 

 
0 #1 2008-08-06 10:42
Chevron sind nach meinem Kenntnisstand auch diejenigen, die die Patente an der NiMH-Technologie halten und keinem Hersteller eine Lizenz erteilen, Zellen mit mehr als 10AH zu bauen.
Als Autohersteller muß man bei einer derartigen Konstellation von Beteiligten damit rechnen, dass an Erdöl mehr als an Batterien zu verdienen ist und somit ein derartiges Projekt, noch dazu auf dem Markt, auf dem Chevron große Anteile an GM hält, torpediert wird.

Ich bin gespannt, ob BMW für ihre 500 Minis dieses Jahr die Lithium-Zellen zusammen bekommt ...
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