BMBF und KLiB wollen neue Lithium-Ionen-Pilotanlage in Ulm errichten

Batterie

BMBF und KLiB wollen neue Lithium-Ionen-Pilotanlage in Ulm errichtenBundesministerin für Bildung und Forschung Professor Annette Schavan und Dr. Hubert Jäger, Vorsitzender des Kompetenznetzwerks Lithium-Ionen Batterien (KLiB), haben eine Absichtserklärung über die Errichtung und den Betrieb einer Pilotanlage in Ulm für Lithium-Ionen-Zellen unterzeichnet. Die 25 Industriepartner des KLiB werden einen zweistelligen Millionenbetrag in den Betrieb der Pilotanlage investieren; das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) wird die Forschungsarbeiten fördern.

Deutschland soll zu einem führenden Anbieter für Elektromobilität werden. Mit der Förderung einer Pilotproduktionsanlage für Lithium-Ionen-Batterien will das BMBF nun eine zentrale Forderung der Nationalen Plattform Elektromobilität umsetzen. Bundesforschungsministerin Annette Schavan vereinbarte mit dem KLiB den Aufbau einer solchen Produktionsstätte. "Leistungsfähige und bezahlbare Batterien sind eine zentrale Voraussetzung für alltagstaugliche Elektrofahrzeuge. Die künftige Pilotproduktionsanlage in Ulm ist ein großer Schritt in Richtung Elektromobilität", sagte Schavan.

Bereits in ihrem ersten Bericht vom November 2010 kommt die NPE zu dem Ergebnis: „Deutschland braucht eine integrierte Zell- und Batteriesystemproduktion“. Der KLiB-Verbund und das BMBF begrüßten diese Forderung und konkretisieren nun mit der Unterzeichnung des Memorandum of Understanding das Vorhaben, in Deutschland die Batterie- und Zellproduktion massiv zu stärken. Als eine der wichtigsten Elemente für den in Deutschland geplanten Leitmarkt Elektromobilität werden leistungsfähige, kostengünstige und gleichzeitig sichere Batterien gesehen. Aber gerade bei der Zellproduktion besteht in Deutschland enormer Nachholbedarf im Vergleich zu Asien.

„Aus unserer Sicht ist die Zellfertigung das Schlüsselelement in der Batterie-Wertschöpfungskette“, sagt Dr. Hubert Jäger, Konzernforschungsleiter der SGL Group. „Die Unterstützung des BMBF zum Aufbau und Betrieb einer Pilotproduktionsanlage für Lithium-Ionen-Zellen stellt für uns einen ganz wesentlichen Schritt hin zu wettbewerbsfähigen Zellen und der Zellfertigung dar. „Die Mehrheit unserer Mitglieder unterstützt diesen Schritt“, so Jäger weiter.

Die SGL Group ist im Bereich E-Mobility nicht nur Anbieter von Leichtbaulösungen aus Carbonfaser-Verbundwerkstoff, sondern gleichzeitig einer der großen Produzenten von Graphit- und Carbon-Anodenmaterial für Lithium-Ionen-Batterien. Die Forschung und Entwicklung fokussiert Zukunftstechnologien zur alternativen Energieerzeugung, Energiespeicherung und Leichtbau und setzt dabei auf enge Zusammenarbeit mit Partnern aus Wissenschaft und Industrie. „Darin sehen wir den Schlüssel für eine schnelle und marktgerechte Entwicklung, deshalb engagieren wir uns stark für die Bildung und den Ausbau von Kompetenznetzwerken wie dem KLIB“, so Hubert Jäger.

Auch Professor Werner Tillmetz vom Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung (ZSW), der dem KLiB-Vorstand angehört und am 16. Mai bei der Kanzlerin zu Gast war, freut sich über die Unterzeichnung der Absichtserklärung: „Dies ist ein weiterer Schritt in die richtige Richtung. Dadurch kann Deutschland im weltweiten Forschungswettlauf um die beste Batterie fürs Elektroauto mitspielen.“

„Die Pilotproduktionsanlage dient allen Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette und unterstützt deren Forschungs- und Entwicklungsarbeiten“, so Dr. Michael Krausa, Geschäftsführer des KLiB. „Sie wirkt dadurch als Motor für die gesamte Wertschöpfungskette“, so Krausa weiter. Die Anlage soll allen KLiB-Mitgliedsunternehmen, die sich daran beteiligen wollen, im vorwettbewerblichen Umfeld als Plattform für Forschung und Entwicklung an produktionstechnologischen Fragestellungen von Lithium-Ionen-Zellen dienen. Es soll eng mit deutschen F&E-Zentren zusammengearbeitet werden, die verschiedene Aspekte von Lithium-Ionen Batterien erforschen, damit neue Forschungs- und Entwicklungsergebnisse schnell in Musterserien einfließen können.

Über das Kompetenznetzwerk Lithium-Ionen Batterien (KLiB)

Um die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Deutschland in der Schlüsseltechnologie Lithium-Ionen zu stärken, haben sich Industrieunternehmen und anwendungsnahe  Forschungsinstitute  zum  Industrieverbund  „Kompetenznetzwerk Lithium-Ionen Batterien“ (KLiB) zusammengeschlossen. Zu den 25 KLiB-Mitgliedern gehören ads-tec, BASF, Bosch, Chemetall, Deutsche Accumotive, Eckelmann AG, Evonik, Freudenberg & Co. KG, Gaia, Gould Electronics, Huntsman Advanced Materials, Hoppecke, Leclanché, Li-Tec, Manz AG, Merck, SB LiMotive, SGL Group, Siemens, Süd-Chemie, Südpack, Umicore, Varta, Wacker und auch das ZSW. Ziel ist es, die Kompetenzen aus der forschenden und produzierenden Industrie, Großunternehmen genauso wie mittelständischen Unternehmen, der Wissenschaft und dem Handwerk zu bündeln, um im vorwettbewerblichen Umfeld den Hightech- und Produktionsstandort Deutschland zu stärken und zum Leitanbieter von Batterien zu entwickeln. Der Verbund ist in mehrere Arbeitsgruppen untergliedert, zu deren Themen Referenzzellen, Prüfprozeduren, Zellfertigung sowie Qualifizierung und Ausbildung gehören.

(mk/wattgehtab.com)


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